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Gründung als Einzelunternehmerin: So gehst du deine Gründung an



Frau steht an einem Planungsboard
Einzelunternehmerin

Die Gründung als Einzelunternehmerin bietet vor allem uns Müttern eine ideale Möglichkeit, Beruf und Familie in Einklang zu bringen. Du kannst  selbstbestimmt arbeiten, deine Zeit frei einteilen und dich in deinem Business verwirklichen. Die Flexibilität und Unabhängigkeit, die eine Selbstständigkeit mit sich bringt, kann dir helfen, ein erfülltes und glückliches Leben zu führen. Dies war meine Motivation beim Start als Einzelunternehmerin und heute unterstütze ich andere Mütter wie dich auf dieser Reise.

 

Gerade am Anfang kann die Gründung und die einzelnen Schritte ziemlich viel sein. Dabei ist es gar nicht so kompliziert und kann sogar leicht sein- mit der richtigen Anleitung. Diese samt der wichtigsten Erklärungen zum Bereich Einzelunternehmen und der einzelnen To Dos findest du hier in diesem Artikel.

 

 

Inhaltsübersicht


 

 

Was ist ein Einzelunternehmen?

 

Ein Einzelunternehmerin ist ein Unternehmen, das von einer Person ohne GeschäftspartnerIn oder Gesellschafter gegründet wird. Die Gründerin ist  alleinige Inhaberin und trifft alle Entscheidungen selbstständig. Diese Unternehmensform ist besonders flexibel und einfach zu gründen. Allerdings trägst du dann auch die  volle Verantwortung und haftest mit deinen gesamten Privatvermögen. Allerdings bietet es auch sehr viele Vorteile als Solopreneurin in die Selbständigkeit zu starten.

 

Vorteile des Einzelunternehmens

 

1. Freiheit und Flexibilität:

Als Einzelunternehmerin kannst du deine Arbeitszeiten flexibel gestalten und diese an deine Familie anpassen. Du entscheidest wann, wo, mit wem und wieviel du arbeiten möchtest. So kannst du Beruf und Familie besser in Einklang bringen. Ich liebe und genieße diese Freiheit als Solopreneurin jeden Tag. 

 

2. Selbstbestimmung:

Du kannst deine Ideen, Projekte  und Vorstellungen umsetzten und bist nicht auf die Zustimmung von MitgründerInnen oder GesellschafterInnen angewiesen.  Sie haben die Möglichkeit, Ihre eigenen Ideen umzusetzen und unabhängig von Vorgesetzten oder festen Strukturen zu arbeiten. Das

 

3. Selbstverwirklichung:

Die Gründung eines eigenen Unternehmens ermöglicht es dir, deine Interessen, Kompetenzen und Leidenschaften einzubringen. Du kannst dich selbstverwirklichen und dem folgen, was dir Freude bereitet.

 

4. Vereinbarkeit von Beruf und Familie:

Als Einzelunternehmerin bist du so frei und flexibel, dass du dein Business an die Bedürfnisse deiner Familie anpassen kannst. Ich hatte bei meinem Start zum Beispiel keinen Betreuungsplatz und konnte dann abends arbeiten. Oder heute machen wir immer wieder einen Tag gemeinsam frei- ich arbeite dann vor oder nach. Ganz wie ich es möchte.

 

5. Einfache Gründung:

Die Gründung eines Einzelunternehmens ist unkompliziert und erfordert weniger bürokratischen Aufwand im Vergleich zu anderen Unternehmensformen. Du brauchst kein großes Startkapital und kannst (fast) sofort loslegen. Du musst lediglich das Finanzamt und eventuell das Gewerbeamt informieren.

 

 

Geschäftsideen für Einzelunternehmen

 

Du findest es interessant als Solopreneurin zu gründen- hast aber noch keine Idee für dein Einzelunternehmen? Hier kommen ein paar Geschäftsideen, die sich als Einzelunternehmen sehr gut umsetzen lassen und dir mehr Freiheit und Selbstbestimmung bieten:

 

Online-Handel: 

Der Verkauf von handgefertigten Produkten oder eigenen Designs über Online-Plattformen oder einem eigenen Webshop ermöglicht es dir, von zu Hause aus zu arbeiten und Ihre eigenen Arbeitszeiten festzulegen- und eventuell sogar deine Kinder miteinzubeziehen.

 

Dienstleistungen:

Ob Hochschullehrerin, Yogaleherin,  Kinderbetreuung, Fitnesstrainerin, Nachhilfelehrerin oder persönliche Dienstleistungen – diese Tätigkeiten bieten dir in der Regel sehr viel Freiheit und Flexibilität.

 

Beratung, Training und Coaching: 

Wenn du über Fachwissen in einem bestimmten Bereich verfügst sowie eine entsprechende Ausbildung, dann kannst du dein Wissen und deine Erfahrungen als Beraterin, Trainerin oder Coach weitergeben und anderen helfen, ihre Ziele zu erreichen. Dieser Markt scheint übersättigt zu sein- was sehr viele abschreckt. Mein Tipp: Finde deine Nische und deines USP.

 

Kreative Berufe: 

Ob als Fotografin, Autorin, Tanzleherin, Künstlerin oder Handwerkerin – kreative Berufe ermöglichen es dir, dein Hobby zum Beruf zu machen und gleichzeitig flexibel zu bleiben.

 


 

Unternehmensformen für Einzelunternehmen

 

Einzelunternehmen ist nicht gleich Einzelunternehmen- es gibt hier weitere Unterscheidungen. Die Wahl deiner Unternehmensform sollte ganz oben auf deiner Prioliste stehen, denn: An deiner Unternehmensform orientieren sich auch deine Rechte und Pflichten als Einzelunternehmerin. Hier ist ein Überblick der Unternehmensformen für Einzelunternehmen samt der Vorteile und Nachteile.


1. Feiberufler

 

Freiberuflerinnen üben eine selbstständige Tätigkeit aus, die keine Gewerbeanmeldung erfordert. Typische Berufe sind Ärzte, Rechtsanwälte, Künstler und Berater. Aber auch Coaches und Trainer können als freiberuflich eingestuft werden. Dies hängt mit deiner speziellen Ausbildung (Studium) und konkreten Tätigkeit zusammen. Die Entscheidung trifft das Finanzamt.

 

Vorteile:

  - Keine Gewerbesteuerpflicht.

  - Einfache Buchführung und geringere steuerliche Belastung.

  - Hohe Flexibilität und Unabhängigkeit.

 

Nachteile:

  - Persönliche Haftung mit dem gesamten Privatvermögen.

  - Begrenzte Tätigkeitsfelder, da nur bestimmte Berufe als freiberuflich gelten.

 

 2. Gewerbetreibende (Einzelunternehmer)

 

Ein gewerbliches Einzelunternehmen ist eine gängige Unternehmensform für Unternehmerinnen, die ein Handels- oder Dienstleistungsunternehmen führen. Die meisten Coaches, Trainer und Beraterinnen haben hierfür ein Gewerbe angemeldet. Prüfe bitte vorher, ob du als Freiberuflerin eingestuft wirst.

 

Vorteile:

  - Einfache Gründung und geringe Verwaltungskosten.

  - Volle Kontrolle und Entscheidungsfreiheit.

  - Möglichkeit, Mitarbeiter einzustellen und das Unternehmen zu skalieren.

 

Nachteile:

  - Persönliche Haftung mit dem gesamten Privatvermögen.

  - Gewerbesteuerpflicht bei Überschreiten des Freibetrags.

  - Höhere steuerliche Belastung bei steigenden Gewinnen.

 

 

 3. Unternehmergesellschaft (UG)

 

Die Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt) ist eine Art Mini-GmbH und eignet sich gut für Einzelunternehmerinnen, die die Haftung auf das Gesellschaftsvermögen beschränken möchten. Denn ansonsten haftest du mit deinem Privatvermögen als Einzelunternehmerin.

 

Vorteile:

  - Haftungsbeschränkung auf das Gesellschaftsvermögen; persönliches Privatvermögen bleibt geschützt.

  - Geringes Mindeststammkapital ab 1 Euro.

  - Möglichkeit zur Umwandlung in eine GmbH bei steigendem Kapital.

 

Nachteile:

  - Höherer bürokratischer Aufwand als bei einem klassischen Einzelunternehmen.

  - Verpflichtung zur doppelten Buchführung und zur Erstellung eines Jahresabschlusses.

  - Zusätzliche Kosten für die Gründung und Verwaltung (z.B. Notarkosten, Handelsregistereintrag).

 

 

4. Einzelkaufmann/-frau im Handelsregister


Einzelkaufleute betreiben ein Handelsgewerbe mit etwa 100.000€ Umsatz im Jahr und sind im Handelsregister eingetragen. Als "normal" Gewerbetreibende musst du dich in der regel also nicht im Handelsregister eintragen, solltest es aber bei hohen Umsätzen beachten.

 

Vorteile:

  - Einfacher Zugang zu gewerblichen Krediten und bessere Geschäftsbeziehungen.

  - Höhere Rechtssicherheit durch die Eintragung im Handelsregister.

  - Professionelles Auftreten und höheres Vertrauen bei Geschäftspartnern.

 

Nachteile:

  - Persönliche Haftung mit dem gesamten Privatvermögen.

  - Verpflichtung zur doppelten Buchführung und Bilanzierung.

  - Mehr Verwaltungsaufwand und höhere Kosten.

 

 

Anleitung zur Gründung eines Einzelunternehmens

 

Die Gründung als Einzelunternehmerin ist ein einfacher und schneller Weg, um in die Selbstständigkeit zu starten. Damit du die einzelnen Schritte in der richtigen Reihenfolge befolgst, habe ich eine Anleitung für dich erstellt.

 

1. Geschäftsidee entwickeln

 

Zum Start deines Einzelunternehmens brauchst du eine klare und vor allem auch erfolgsversprechende Businessidee. Diese brauchst du nicht nur für deinen Start mit der Selbständigkeit, sondern auch, um überhaupt deine Unternehmensform richtig einordnen zu können. Ohne ausgereifte Geschäftsidee geht hier nichts. Und mit ausgereifter Geschäftsidee meine ich nicht das klassische „Ich werde Coach“, sondern eine Idee samt definierter Zielgruppe.

Wenn du noch keine Geschäftsidee hast, kannst du hier deine Idee finden.

 

 2. Businessplan erstellen


Der Businessplan also dein Geschäftsplan ist die Grundlage deines Einzelunternehmens. Ein Businessplan hilft dir, Ihre Geschäftsidee strukturiert zu planen und umzusetzen.

Hier erfährst du, wie du deinen Businessplan erstellst- samt kostenfreier Vorlage.

 

3. Finanzierung sichern


Prüfe, wie viel Kapital du benötigst und welche Finanzieungsmöglichkeiten zu dir passen. Ob Eigenkapital, Gründungszuschuss, Bankdarlehen oder Förderprogramme.

Mehr zu möglichen Förderungen findest du hier.

 

 

4. Anmeldung beim Finanzamt

 

Deine Geschäftsidee ist ausgereift und dein Businessplan steht? Dann musst du das Finanzamt informieren und deine Steuernummer erhalten. Ohne Steuernummer darfst du keine Rechnungen schreiben.

 

5. Anmeldung beim Gewerbeamt


Das Finanzamt stuft Dich nicht als Freiberuflerin ein? Dann musst Du anschließend dein Gewerbe beim Gewerbeamt anmelden. In der Regel findest du online den Antrag und musst diesen nur ausfüllen. Je nach Stadt bestehen Anmeldegebühren von 10-60€.

Nach der Gewerbeanmeldung wirst du automatisch Mitglied der zuständigen IHK. Es fällt ein Mitgliedsbeitrag an, der sich nach deinem Umsatz richtet.

 

 

6. Prüfung & Information der Versicherungen

 

Am besten teilst du deine Selbständigkeit und zu erwartende Einnahmen deiner Kranken- und Rentenversicherung mit. Zudem solltest du prüfen, welche zusätzlichen Versucherungen du brauchst. Beispielsweise die Berufshaftpflichtversicherung, zusätzliche Rentenversicherungen, Berufsgenossenschaft.

 

7. Eröffnung eines Geschäftskontos

 

Für die Übersichtlichkeit und Trennung von privaten und geschäftlichen Finanzen ist ein separates Geschäftskonto empfehlenswert. Ich hatte bei meinem Start keins, hab es aber ziemlich bald nachgeholt und empfehle es dir sehr. Manchmal sieht das Finanzamt dies auch als verpflichtend an.

 

 

8. Leg los!

 

Der Start als Einzelunternehmerin beginnt selten direkt mit den ersten KundInnen, sondern mit Marketing und Werbung. In deinem Businessplan hast du idealerweise deine Marketingstrategie auf deiner Zielgruppenanalyse, Markt- und Wettbewerbsanalyse entwickelt und kannst nun mit der Umsetzung starten.

 


9. Bleib dran!


Aus meiner eigenen Erfahrung auf dem Weg in die Selbständigkeit, meine Kundinnen, aber auch durch die wissenschaftlichen Erkenntnisse (ich lehre Start-up-Management auch an Hochschulen) weiß ich: Geduld und Durchhaltevermögen sind die wichtigsten Gründungseigenschaften und häufig auch der Unterschied zwischen erfolgreichen Gründerinnen und gescheiterten. Nimm Herausforderungen als Chance an zu wachsen. Das ist mein "Geheimtrick", der wirklich gut funktioniert.



Wenn du Fragen zur Gründung und Aufbau deiner Selbständigkeit hast, melde dich gerne bei mir. Ich freue mich darauf, dich dabei zu unterstützen Freiheit, Selbstbestimmung und Selbstverwirklichung mit deinem eigenen Business zu leben.


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